Kategorie-Archiv: MagicKurbelKamera

aktueller Stand und letzte Ergebnisse

In der letzten Woche haben wir an unterschiedlichen Baustellen gearbeitet.  Den sowohl die Umsetzung unserer Idee, als auch der Raspberry Pi stellen uns immer wieder vor neue Herausforderungen.

Prototyp der Kamera

kamera_protoype

Testen des Aufbaus

Im Kurs konnten wir den Aufbau unserer Kamera mit der riesigen Leinwand testen.

Wir haben erst mit Licht vor der Leinwand experimentiert, damit man die schauspielende Person erkennt. Dabei fiel uns auf das, dass agieren hinter der Leinwand den Testern sogar noch mehr Spaß gemacht hat als davor. Außerdem waren sich alle einig, dass die Hemmschwelle geringer ist und man eher sich filmen lässt wenn nur der eigene Schatten auf der Leinwand erkennbar ist.

licht_testing

Auch unserer Filmauswahl haben wir dabei noch einmal überdacht. Während vorher „Familie Neubronner geht spazieren“ unserer Favorit war, haben wir nun festgestellt das sich „Mohren tanzt“ besser anbietet.

Zudem haben wir festgestellt das es wichtig ist eine Bodenmakierung zu haben um zu wissen bis wohin man sich bewegen kann ohne aus dem Bild zu verschwinden.

Lessons Learned

  • die Schauspielerin spielt hinter der Leinwand (Schattenspiel)
  • festlegen des Films auf „Moren tanzt“
  • Bodenmarkierungen

Am Donnerstag haben wir drei Informatiker uns getroffen, um die technischen Anforderungen durch zusprechen. Obwohl wir alle dachten das wir eine genaue Vorstellung davon haben was zu tun ist, haben wir im Gespräch doch noch ein paar Unklarheiten entdeckt und gelöst.

Die einzelnen Issues die wir für die Umsetztung angehen müssen, haben wir im GitHub gesammelt.

Für den Anfang werden wir uns auf einen Film konzentrieren und diesen in viele Frames zerkleinern. Damit der Nutzer durch die Kurbel die Geschwindigkeit des Films beeinflussen kann, wird bei jedem x.ten Tick des Reglers (x € N, steht noch nicht fest 😉 ) ein weiterer Frame aus dem Neubronner Film gezeigt. Das heißt umso schneller man dreht umso schneller läuft der Film durch.

Drückt man einen roten Knopf und beginnt zu drehen, startet die Aufnahme. Auch hier wird die Geschwnidigkeit beim drehen berücksichtigt in dem wieder nach jedem x.ten Tick ein Frame erzeugt wird, bis letztlich genauso viele Frames durch die Aufnahme entstanden sind, wie in dem Neubronner Film waren. Diese werden dann zusammengefügt zu einem Film und mittels QR Code kann man diesen dann auf sein Handy laden.

Die Arbeit mit den Raspberry Pis macht dabei bisher viel Spaß, außer man hat ein lockeres Kabel und weiß nicht mehr woher es kommt bzw. wo es hingehört.

 

 

2. Iteration: User Stories und anfangen zu coden

In dieser Woche haben wir die ersten Userstories definiert und mit der Umsetzung begonnen. Auf der technischen Seite, was die Programmierung angeht, müssen wir in der nächsten Woche etwas nachsitzen.

Grundsätzlich haben wir festgestellt, dass uns die Userstories etwas zu schwammig sind und wir die technischen Einzelheiten (wie soll was funktionieren) besser und präziser Formulieren müssen.

Wir haben uns dazu Entschieden auf Trello (für Programmieraufgaben!) zu verzichten und auf Gitub Issues zu setzen.

Eine Zusammenfassung findet ihr im folgenden PDF.

kurbelcam_Anweisung_Screen_a

Präsentation_6week

1. Iteration: Paper-Prototyping und blendende Aussichten

Besser spät als nie – sorry – dieser Beitrag steckte lange fast fertig in der Entwurfsphase fest.

Diese Woche haben wir an einem schnellen Prototypen der KurbelKamera gebastelt. Mit den anderen Projektteilnehmern und den Dozenten wurde unser Prototyp im Kurs getestet.

Was wollen wir eigentlich testen?

Vor allem ging es um das Kurbeln an sich, d.h funktioniert es überhaupt per Kurbel einen Film abzuspielen und dabei die Geschwindigkeit zu beeinflussen.

Dann stellen wir uns die Frage, stellen sich Menschen überhaupt vor eine Leinwand und interagieren mit einem alten Film?

Und haben wir einfach irgendetwas vergessen oder allgemein nicht bedacht?

Der erste „quick&dirty“ Versuchsaufbau

Eine Weinkiste mit Papp-Kurbel diente als KurbelKamera. Der Startscreen und Endscreen wurde mit A4 Blättern improvisiert. Zwei Testpersonen testeten den Aufbau, um einen Film zu drehen, der mit einem Laptop, Beamer und improvisierter Leinwand abgespielt wurde. Ein Testperson bediente dabei die Kamera, die andere war Schauspielerin und stand im Rampenlicht. Ein Spiegel war vorgesehen, damit die Schauspielerin sich selbst und gleichzeitig den Film sehen kann.

Unser Aufbau war leider nicht ganz optimal, die Testpersonen, welche die Aufgabe des Schauspielers erfüllten, wurden vom Projektor geblendet. Da dieser Part nicht im Fokus des Testes standen, haben wir diesen Kollateralschaden jedoch hingenommen.

quickendscreen

quickprotocam

quickstartscreen

Das haben wir gelernt und in Designentscheidungen umgesetzt

  • kein Audio (höchstens als Zucker oben drauf, wenn ALLES andere FERTIG ist)
  • es muss Rückprojektion sein (sonst blendet es)
  • Spiegelposition testen und definieren
  • ein leuchtender Button (Rot für „ON AIR“) zum Anzeigen das die Aufnahme läuft
  • Kammera als stilisiertes 3D-Icon im Raum
  • genau ein Video, das heißt also: Entscheiden, welches Video wir nehmen!
  • die Aufnahmezeit ist auf n Sekunden begrenzt, sonst machen die Leute Quatsch
  • es MUSS eine Anleitung geben, damit man weiß was man tun muss

Varianten zum technischen Aufbau

Variante 1 – Raspberry Pi

Encoder für die Messung der Kurbelgeschwindigkeit und Buttons zur Wahl des Modus werden an einen Raspberry Pi angeschlossen, dieser dann per HDMI an den Beamer.

variante1

Variante 2 – Arduino-USB-Kurbel

Encoder und Buttons über einen Arduino Micro, welcher als USB-Gerät (bspw. als Tastatur) an jedem beliebigen Rechner angeschlossen werden kann und die Signale für “nächstes Bild” und die Wahl des Modus übermittelt.

variante2

Wie funktioniert das Abspielen?

  • Das Video wird in Einzelbilder zerlegt.
  • Die Einzelbilder werden in den RAM geladen und im Vollbildmodus angezeigt.
  • Bei jedem Tick vom Encoder → ein Bild weiter- bzw. zurückschalten.

Wie funktioniert das Aufnehmen?

  • Das Video wird mit wird mit maximaler Framerate aufgenommen (Raspberry Pi Camera: 60Frames/s bei 1280×720, 90Frames/s bei 640×480).
  • Die Drehgeschwindigkeit der Kurbel wird mitgeschnitten und in einem “geeigneten Format”™ abgespeichert.
  • Wenn die Aufnahme beendet ist, wird das Video in Einzelbilder zerlegt und entsprechend der Drehgeschwindigkeit wieder zusammengesetzt.

1 oder 2? Es bleibt spannend!

Klassenfahrt nach Frankfurt – ein Szenario für Lena

Kontext

Lena ist mit der Schulklasse in Frankfurt (10. Klasse Abschlussfahrt). Sie ist mit ihrer Schulklasse und dem Klassenlehrer im Deutschen Filminstitut und machen eine Führung mit einem Guide. Anschließend haben sie noch eine Stunde Zeit, um eigenständig im Museum unterwegs zu sein.

Szenario

Das Szenario gibt es als PDF. Szenario und Persona orientieren sich an dem Buch Branded Interactions.

szenario_lena

 

Hello, my name is Lena – Persona

Lena ist 16 Jahre alt und wohnt zusammen mit ihren Eltern und ihrem  13-jährigem Bruder in einem Vorort von Hamburg.

Sie besucht die 10. Klasse des Gymnasiums und ist gut in den Fächern die ihr Spaß machen. Ihre Leistungkurse hat sie noch nicht gewählt, denkt aber über Deutsch, Englisch, Sport und Kunst nach. Physik will sie auf jeden Fall abwählen.

Lena hat einen festen Freund der sie oft in seinem Auto abholt. Im Sommer planen beide auf ein Festival zu gehen, wobei ihre Eltern noch nichts davon wissen.

Lenas Vater möchte das sie sich einen Job sucht, da sie in seinen Augen zu viel für Kleidung und Kino etc. ausgibt. Ihr Taschengeld von 50€ ist meist schon Mitte des Monats aufgebraucht. Ihre Mutter steckt ihr dann aber oft noch einmal 20 € zu.

In ihrer Klasse ist Lena sehr beliebt. Sie kennt ein paar Leute aus der Oberstufe und geht auch öfters schon zu Parties.

Ihr Smartphone ist ihr ständiger Begleiter. Sie nutzt soziale Netzwerke und postet gerne Selifes.

In Museen geht sie nur mit der Schule.

Hobbies

  • Shoppen
  • Selfies machen
  • Musik hören

Wichtig sind ihr

  • Ihre Freunde
  • Ihr Smartphone
  • Spaß haben

Lieblingsfilm

  • “Avatar”
  • “Die Eiskönigin – einfach unverfroren”

Mein Besuch auf dem Museumsschiff MS-Wissenschaft Thema 2015 „ Zukunftsstadt“

Am Mittwoch, den 6.5.2015, bin ich dank Bahnstreik bei bestem Wetter von der Sophienstraße entlang der Spree zur MS-Wissenschaft geschlendert. Nachdem ich am Montag im jüdischen Museum Schülergruppen vergeblich gesucht habe, gab es auf dem Schiff nur Gruppen. Perfektes Umfeld um ein bisschen User Research zu betreiben.

Die Ausstellung ist rein interaktiv und damit für mich als Interaction-Designerin doppelt spannend. Alles war sehr kindgerecht aufgearbeitet. Leider ließ die Qualität der Exponate etwas zu wünschen übrig. Vielen funktionierte, wenn es denn überhaupt funktionierte, nur prototypenmäßig… Bei einigen Umsetzungen wurden Amateurfehler begangen. Z.B. gibt es eine Fotostation bei der man auf einem Fahrrad die Energie für ein Foto „erstrampeln“ muss. Auf einem Display konnte man sich selbst sehen und die Kamera zur Foto Aufnahme war DARUNTER angebracht. Im Foto guckt man also gar nicht in die Kamera!!! Die Kinder hatten das ganz schnell raus. Sie machten munter Gruppenfotos und wussten nach den ersten Anläufen, dass sie nicht auf den Monitor sondern in die Kamera gucken mussten. Eine weitere Fotostation und ein Fahrsimulation bildeten zusammen mit dem Fahrrad die Highlights für die Kids (in diesem Fall war es eine 8. Klasse).

Obwohl ich auch nicht zu der Sorte Menschen gehöre, die Interviews mit fremden Menschen gerne führen, fiel mir hier der Einstieg in die 4 Gespräche sehr leicht. Ich hatte meine Zielfragen im Hinterkopf, hatte aber keinen festen Leitfaden in der Hand sondern habe vielmehr ein normales Gespräch geführt.

Als erstes habe ich mit einem Studenten gesprochen, der mit seiner Seminargruppe dort war. Sie studieren alle Veranstaltungstechnik und sollten sich die Ausstellung im Hinblick auf Umsetzung, Beleuchtung, Fluchtwege ect. angucken. Interessant war, dass sie ebenfalls, wie die Schulklassen ein Arbeitsblatt hatten.

Mein Gespräch mit einer Schülergruppe verlief eher holprig. Sie waren viel zu sehr damit beschäftigt die besten Fotos aus der Selfie-Station rauszuholen als dass ich neue Einsichten bekommen hätte.

Die zugehörige Lehrerin war umso aufgeschlossener. Für die Schüler (meist Hauptschüler) ist diese Art der Ausstellung, die ausschließlich interaktiv ist, das beste Format. Vom Elternhaus aus würden nur die allerwenigsten mal ins Museum gehen. Sie hat beobachtet, dass die Schüler alles gut finden, wo sie gleich loslegen können, was selbsterklärend ist. Interessante Strategiespiele, die es erfordern die kurze Spielanleitung zu lesen und im Anschluss vlt. noch 5 Minuten Spiel beinhalten, wirken anstrengend und abschreckend. Auf solche tiefgründigen Exponate musste Sie die Schüler explizit hinweisen, motivieren und Hilfestellung leisten. Einen interessanten Aspekt erwähnte sie ganz beiläufig: Die Schüler müssen immer Arbeitsblätter mit konkreten Aufgaben bekommen sonst rennen sie in 10min durch die ganze Ausstellung. (Als einer ihrer Schüler (8.Klasse!!!) fragte was denn Industrie sei, war ich froh keine Lehrerin zu sein…) Als alle Klassen durch waren und sich der Lärmpegel normalisierte, konnte ich noch mit dem Aufseher sprechen. Er berichtete, dass viele Ältere die Ausstellung zwar gut fanden aber wenig Input für ihren Wissensstand erhielten. Es ist eben eine Ausstellung, die Kinder klar als Zielgruppe hat, ohne dass das so öffentlich kommuniziert wird. Der Aufseher hat mir auch noch einmal bestätigt, dass die Inhaltsarmen aber spaßigen Sachen wie die Fotostationen Schülermagnet Nr. 1 sind.

 

Alles in allem war es ein aufschlussreicher Besuch.

Studentin, Schülerin, Museumsguide und Schulklasse

"Mark not a fan of garlic" by Katy Stoddard
„Mark not a fan of garlic“ by Katy Stoddard – https://www.flickr.com/photos/katy_bird/4663993316

Ein paar Stichpunkte zu den Interviews:

Studentin aus Berlin

  • Sie war vor 2 Wochen das letzte mal im Museum (Jüdisches Museum)
  • Geht eigentlich nur ins Museum, wenn sie fern der Heimat ist oder Besuch bekommt (nur in Gruppen)
  • Ihre Lieblingsmuseen waren:
    • Neuseeland, weil man dort historische Kleidung anprobieren konnte
    • Tallin, weil dort viele Dinge zum „spielen“ waren

Schülerin auf Abschlussfahrt

  • Kam gerade aus dem Jüdischen Museum (wahrscheinlich gehen alle wegen des Knoblauchs da hin)
  • War sehr angetan von den interaktiven Installationen und würde sich Zeitzeugen wünschen
  • Geht nicht oft ins Museum
  • würde keine App im Museum herunterladen, evtl. was mit QR-Codes, für dass sie nichts installieren muss
  • Liebstes Museum: Madame Tussauds

Museumsguide (Historiker)

  • Ist seit 14 Jahren Guide im Jüdischen Museum (JMB)
  • Hauptsächlich kommen Schüler- und Touristengruppen aus aller Welt ins JMB
  • Die Gruppen sollten auf 20 Personen begrenzt sein, es sind aber teilweise viel mehr –> ungut
  • Besucher des JMB wollen die Dinge erfahren, die sie in der Schule nicht lernen, die „Lichtblicke“
  • Interaktive Exponate sind eher nicht für Gruppen geeignet sondern eher für „Einzelbesucher“
  • Lieblingsausstellung war das MoMA in Berlin (wegen der Atmosphäre)
  • Lieblingsexponat im JMB ist ein Werbeplakat von (?), weil es obwohl es schon über 70 Jahre alt ist, immernoch funktioniert und jeder etwas daraus für sich mitnehmen kann

Schulklasse aus einem Kaff bei Flensburg

  • die Schüler fanden die authentischen Geschichten interessanter als langweilige Fakten
  • sie gehen nie ins Museum (weil alle Museen in der Nähe ihres Wohnortes schwer zu erreichen sind)
  • wenn sie sich doch einmal in ein Museum verirrt haben, sind sie aber kaum wieder heraus zu bekommen
  • Die Lehrerin merkte an, dass die Museen in England wesentlich besser seien als das typische deutsche Museum, da dort viel zum Anfassen und erleben geboten wird

Titelbild: „Jüdisches Museum Berlin – Esterno“ by Caterina – https://www.flickr.com/photos/katepit/4252167848