Kategorie-Archiv: MagicKurbelKamera

Drei Interviews: Schülerin, Guide, Schulklasse + Lehrer

Treffpunkt Jüdisches Museum

Lukas und Katjuscha sind hochmotiviert Interviews zu führen.

Mehr oder weniger.

Fremde Menschen zu befragen scheint nicht schwer, kostet dann aber plötzlich doch einiges an Überwindung!

Aber man kann ja auch nicht jeden interviewn! Und manche entsprechen einfach nicht der Zielgruppe! Oder wir können kein Polnisch um uns mit den Touris zu verständigen..

Letztlich haben wir es aber doch geschafft und dabei einiges erfahren.

Die erste Interviewpartnerin

Unsere erste Interviewpartnerin war eine 18jährige Schülerin die gerade ihre Abschlussfahrt in Berlin macht. Ihr liebstes Museum bisher war Madam Tussaudes. Außerdem mag sie Horror Ausstellungen besonders. Naja.

Der Guide

Danach hatten wir das Glück einen Guide befragen zu dürfen, der gerade Feierabend hatte. Allerdings hat er tatsächlich geschafft auf keine unserer Fragen wirklich zu antworten. Da er aber sehr redselig war, haben wir dennoch einige Informationen gewonnen.

Die Schulklasse

Zum Schluss kam gerade eine Schulklasse samt Lehrer aus dem Museum. Nachdem wir erst die Lehrer interviewt haben, standen auch noch die Schüler für unserer Fragen zur Verfügung.

Durch die unterschiedlichen Interviewpartner konnten wir Informationen von Personen mit verschiedenen Blickwinkeln sammeln.  Dabei gingen einige der Aussagen weit auseinander, andere bestätigten hingegen sehr unsere Annahmen und Ideen.

Fazit

  • Schüler wollen mitmachen und nicht nur mit Informationen berieselt werden
  • Ob eine Führung gut oder schlecht ist hängt vom Guide ab
  • Die Architektur kann eine Ausstellung interessanter machen
  • Authentische Exponate wecken mehr Interesse
  • Schüler gehen von alleine nicht ins Museum, finden es dann aber sehr gut wenn sie dort sind und nutzen die Zeit voll aus.

Interviews – Schülerin, Lehrerin, MitbewohnerInnen

Schülerin

  • 18 Jahre, Abitur
  • geht viel mit der Schule ins Museum (weniger mit Familie, früher immer Donnerstags)
  • Aufgaben die im Museum zu erledigen waren sind sehr nervig, da man nur bestimmt Punkte im Museum anlaufen muss, aber keine Zeit hat für den ganzen Resr
  • Spektrum ist gut: man kann ausprobieren, ist spannend
  • geht in kleinen Gruppen mit Freunden durchs Museum, nicht alleine
  • was die anderen über Ausstellungsstücke denken ist interessant
  • Was würdest du dir im Museum wünschen: Sachen ausprobieren, mehr rausfinden wie und warum das so war
  • Naturkundemuseum war toll, da kann man Sachen anfassen
  • Touren mit Guides sind unspannend, meist Zeitlimit und dann zerren die einen immer weg, wenn etwas spannend wird
  • tollstes (makaberstes) Erlebnis: im Jüdischen Museum über die Gesichter auf  dem Bodenlaufen
  • was doof ist, wenn die Gänge zu eng sind, und es zu voll ist

Lehrerin

  • Grundschule, früher Gymnasium
  • war vor 3 Wochen in Dresden im Mathematikmuseum mit einer 6. Klasse – das war Mathematik zum Anfassen, experimentieren und ausprobieren, war nicht langweilig, alle konnten mitmachen, erleben, ausprobieren
  • Sachen waren gut, wo Kinder gemeinsam was machen konnten, 4 Personen z.B. Teamarbeit nicht gegeneinander
  • Computer mit Mathematischen Aufgaben, verschiedene Level für verschiedene Klassenstufen
  • es gab auch Hilfe von Studenten (junge Leute, so coole Typen, nichts o alte Leute)
  • man geht kaum noch einfach so ins Museum, sondern es gibt Museumspädagogen (und Erlebnispädagogen) und Begleitmaterial für Lehrer und Schüler (z.B. auch Museumralley)
  • wichtig ist:
    • Kinder sollen eigene Erfahrungen/Wissen mit einbringen, damit Selbstbewusstsein gestärkt wird
    • Kinder sollen etwas in die Hand bekommen
    • für eine konkrete Altersgruppe etwas machen (10/12 oder 14/15 ist ein riesiger Unterschied)
    • 4. und 5. Klasse kann schlecht abstrahieren, eher kleinschrittig

MitbewohnerInnen

  1. Wann ward ihr das letzte Mal im Museum?
  2. Was war euer bestes Museumserlebnis?
  • Naturkundemuseum und Stasigefängnis in Hohenschönhausen; Zeitzeugen sind das Beste
  • Technikmuseum; eine Tonne Fisch (in Skagen), Uboote und Bunker sind immer toll
  • Naturhistorisches Museum Braunschweig; ausgestopfte Tiere aber nicht so langweilig, weil die waren in Szenen und im Kontext, also nicht nur irgendein Fuchs, sondern ein Fuchs mit Ente und dann wurde es spannend, weil man sich dazu eine Geschichte ausdenken konnte

Versuch eines Interviews

Hochmotiviert und mit einem kleinen Interviewleitfaden, Zettel, Stift und Handykamera ausgestattet sind wir (Lukas, Alexa) am Montag Nachmittag los,  (viel zu spät, es war nicht anders möglich), um Menschen zu interviewen.

Welche Menschen eigentlich?

Wir hatten uns am Donnerstag Abend überlegt, welche Personen wir interviewen möchten, bzw. wer überhaupt in Frage kommt:

Direkte Zielgruppen – die es später benutzen sollen

  • Jugendliche
  • Schulklassen, die im Museum unterwegs sind bzw. sein müssen

Indirekte Zielgruppen – die die mit direkter Zielgruppe in Berührung kommt

  • Eltern von Jugendlichen
  • LeherInnen von Schulklassen, die im Museum unterwegs sind
  • SchulgruppenleiterInnen im Museum (Guides)
  • MuseumswärterInnen (die die so viel rumstehen)

Menschen die über unserer Daten mehr wissen

  • Menschen vom Gerog-Eckert Institut
  • Menschen vom Deustchen Buch und Schriftmuseum

Andere evtl. relevante Meschen

  • KuratorIn
  • Menschen aus Leipzig
  • Menschen aus dem Buchwesen
  • Meschen die fechten können

Wo sind eigentlich alle hin?

Wir waren auf der Museumsinsel, leider wird dort schon um 18:00 Uhr zu gemacht. Unser Plan war es, Menschen (Schülergruppen, Guides, LehreInnen, usw.) abzufangen, die aus dem Museum wieder rauskommen. So viele waren das leider gar nicht.

Wir trafen:

  • eine Schulklasse mit Lehrer, die leider keine Zeit hatten
  • einen Muesuemswärter, der uns einen Termin für den nächsten Tag versprochen hat, um mit den Guides zu sprechen (leider eine Uhrzeit die mit allen anderen Unikursen und Terminen kollidiert)
  • eine Verlobungsfeier

Später waren wir noch am/im Computerspielemuseum, hier wurden wir wieder weggeschickt, zu recht, aber immerhin zwei Visitenkarten, um einen Termin zu vereinbaren und eine Erlaubnis einzuholen. Man sollte einfach darauf verzichten sich vorzustellen.

visitenkarten

Lessons Learned

  • langfristig Termine mit den richtigen Menschen vereinbaren
  • Uhrzeit besser wählen (vorher mal im Museum anrufen und fragen, wann besonders viele Schülergruppen unterwegs sind)
  • einfach doch Leute aus dem Freundeskreis/Bekanntenkreis interviewen
  • oder immer wieder gerne gemacht: It’s Better to Beg for Forgiveness than to Ask for Permission

Ideenbrainstorm

Wir haben in der letzten Woche die Aufgabe bekommen, in 30min 15 Ideen zusammen zu brainstormen. Dies war keine leichte Aufgabe, aber wir haben mit vielen bunten Post-It’s und einer großen Tafel versucht das Beste draus zu  machen:

Ideenbrainstorm-Gruppe3

Da wir nicht auf 15 konkrete Ideen gekommen sind, haben wir uns am Tag drauf nochmal zusammen gesetzt und konzentriert Ideen ausgearbeitet.

Als Ergebnis standen eine Hand voll recht konkreter (und vermutlich auch umsetzbarer) Ideen und allerhand, was ich gern als Denkanstöße bezeichnen würde. Um sich die Ideen besser vorstellen zu können hat Fanny die, die uns alle am meisten überzeugt haben, illustriert:

Brainstormillustration-Gruppe3

Alle 15 Ideen als Outline

  • Verknüpfung von Linguistischen Daten mit (historischen) Karten um die Ländergrenzen hörbar zu machen
    • Ein Tisch mit einer Weltkarte, beim antippen einer Region hört man die dort gesprochene Sprache
  • Länder im Dunkeln Spiel
    • Erfahren von Ländergrenzen, riesige Karte auf dem Fußboden mit Ländergrenzen, jede/r bekommt Kopfhörer und die Augen verbunden, je nach Land hört man über Kopfhörer Sätze in der Landessprache, Aufgabe für Gruppen: reist alle nach Russland
  • MagicKurbelKamera
    • Videos per Hand abspielen (vorher selber etwas aufnehmen, original nachgebaut auf modern, mit wlan, blothoot, share with youtubebutton) mit einem kleinen Kasten und einer kleinen Handkurbel
    • selbst neu synkronisieren, weil tonlos, knöpfe geräusche hinzufügen über buttons, video und tonspur zusammenlegen, sharing auf facebook uns youtube
  • Umsetzung des Infotisches „Leipziger Buchbranche 1913“
    • Bücherhäuser werden in Reihenfolge ihrere Insolvenz abgebrannt
  • Ein Beat-em-up Spiel auf Basis des Fechthandbuchs
    „Paul Hector Mair: Fecht-, Ring- und Turnierbuch“

    • „http://codingdavinci.de/daten/#slub-dresden“
    • Arcade-Automat
    • Für zwei Spieler, keine Künstliche Intelligenz
  • Leipziger Buchbranchen Monopoly
    • Der Spieler ist Autor und braucht Verlag, Druckerei und Händler um sein Buch rauszubringen
  • Gestalte dein eigenes Schulbuch: aus alt mach neu
  • Umrisse von Ländern auf dem Fußboden mit Glaswände dazwischen oder Ferngläser, sodass man anderen Menschen in den Ländern anschauen kann (diese sehen dann so aus, bzw. auf Glaswand extra Informationen)
  • Karten im Zeitverlauf
  • historische Atlanten:
    • Änderung der
      • Landesgrenzen
      • Sichten auf die Länder
      • Landwirtschaft
      • Tierverteilung
      • Volksstämme
    • Sammelsticker für Länder
  • FittnessApp auf Basis des historischen Fechtbuchs
  • Schnitzeljagd Nachts im Museum
  • irgendwas mit Handys in Gruppen
  • Das Explosionsspiel (optional explodieren, alle installationen am ende)

Was ist eigentlich ein Museum?

Die Eckdaten: Was? Wann? Wo? Wer? Warum?

Was? – Endlich mal wieder ins Museum gehen.
Wann? – Montag, 10. April, 19:00-22:00 Uhr.
Wo? – Jüdisches Museum Berlin, Dauerausstellung.
Wer? – Immi, Alexa, Saskia, Kadir, Simon, Lukas.

Warum? – Rausfinden was ein Museum ist, was Leute im Museum machen und wie sie sich verhalten? Rausfinden wer eigentlich ins Museum geht und warum Menschen das tuen?

Wir waren wirklich da.

Warum gerade das jüdische Museum?

Das jüdische Museum war das einigste Museum, was einen Datensatz beim CodingDaVinci Wettbewerb bereitstellt, montags geöffnet hat, sogar bis 22Uhr geöffnet hat und gerade nicht renoviert wird. So war also ein gemeinsamer Besuch mit sechs Leuten einfach umsetzbar.

First things first: Was ist ein Museum?

Diese Frage wurde kinderleicht beantwortet: in der „Kinderabteilung“ war direkt ein Schild zu finden, welches uns weitergeholfen hat.

Was macht eigentlich ein Museum?

Wer geht ins Museum?

Im jüdischen Museum waren vor allem Touristen. Kaum jemand sprach deutsch, ich glaube wir waren die einzigen Menschen die deutsch konnten, Englisch war kaum dabei. Wie gut haben die Leute eigentlich die ganzen Schilder verstanden fragt man sich gleich mal?

Es war auch nicht sehr voll, was bestimmt an der Uhrzeit gelegen hat. Wir trafen vor allem Jugendgruppen, die wahrscheinlich wegen einer Klassenfahrt/Abifahrt o.Ä in Berlin waren, da gehört das Jüdische Museum auf definitiv in das Entertaining-Programm der Lehrer. Fraglich war, ob die Leute freiwillig da waren. Pärchen gab es auch viele, bestimmt Städtereisende und die waren definitiv freiwillig vor Ort. Außerdem gab es noch Familien mit Kindern, auch auf der Durchreise.

  • Touristen
  • Schulklassen, Gruppen von Jugendlichen
  • Pärchen, Städtereisende
  • Familien (mit Kindern)
  • wir (Studenten aus Berlin)

Warum gehen die Menschen ins Museum?

Es gibt die Menschen die gezwungen werden und die die freiwillig aus verschiednen Gründen dort hin gehen:

  • gezwungenermaßen
  • freiwillig, aus eigenen Stücken, weil:
    • Interesse für das Thema
    • Berlinbesucherbespaßung
    • Kinderunterhaltung
    • gehört einfach dazu

Was sagt der Museumsmitarbeiter?

Er war sehr gesprächig, wahrscheinlich reden nicht viele mit ihm (spricht ja keiner Deutsch dort). Er arbeitet schon 10 Jahre hier, seiner Meinung nach viel zu lange. Stücke werden verleihen, darum sind manche Sachen nicht da. Sie hängen in anderen Museen, weil sie dort von anderen Menschen bestaunt werden.

Das Museum führ ab und zu auch Qualitätskonstrolle und Umfragen zur Besucherzufriedenheit durch. Dann kommen Leute mit Fragebögen und führen Interview. Die meisten Menschen meinen, das es alles viel zu viel ist und man es kaum an einem Tag schafft, viele sind wegen der Architektur ein bisschen verunsichert.

Zum Schluss stellte er seine Frage (die er bestimmt immer fragt): „Wo seid ihr her?“ Dass wir alle aus Berlin kommen, wollt er fast nicht glauben.

Selbstversuch: Wie habe ich mich verhalten?

Ich habe mir vor allem die ganzen interaktiven Dinge angeschaut, oder spannend aussehende Einzelstücke. Texte habe ich fast gar nicht gelesen. Es hat mir großen Spaß gemacht den Aufklebern auf dem Boden zu folgen, ein Glück es gab einen Rundweg.

Alles wo man etwas machen konnte: anfassen, drehen, pusten, hören, sehen, raten, Knöpfe drücken, Bilder malen, usw. hat mich fasziniert und das habe ich mir auch angeschaut. Wenn man einen Schieber erst einmal aufgemacht hatte, „musste“ man sozusagen lesen. Man war dem Schieber ja schließlich etwas schuldig.

Der Garten war abgefahren, man kam sich vor wie auf einem Boot oder so, etwas mulmig und schlecht war mir auch.

Fazit: Was haben wir gelernt?

  • man sollte öfters ins Museum gehen
  • interaktive Dinge im Museum sind großartig
  • irgendwie gehen die „falschen“ Leute ins Museum
  • fühlen ist besser als lesen
  • Museen sollten bessere Öffnungszeiten haben
  • ein Museum wirft nix weg!!!

://ABOUT / MagicKurbelKamera

Mitglieder

    • FannyM.A. Produkt Design 4. Semester, KHB
    • Lukas M.Sc. Informatik 2. Semester, FUB
    • Katjuscha B.Sc Informatik 6. Semester, FUB
    • AlexaM.Sc Informatik x. Semester, FUB

Leitidee – knowing is not understanding

Wir entwickeln ein interaktives Exponat entwickeln, welches sich an jugendliche Gruppen richtet. Lernen soll Spaß machen und nicht peinlich sein.

Mit diesem Exponat kann eine Gruppe ein Gefühl für die Anfänge der Filmkamera entwickeln indem sie einen alten Film über Kurbeln auf einer Leinwand abspielen, mit diesem interagieren, ihn aufnehmen und den neu entstandenen Film teilen.

Fokus liegt dabei auf der intuitiven Bedienbarkeit und Einfachheit des Exponates.

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