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Mein Besuch auf dem Museumsschiff MS-Wissenschaft Thema 2015 „ Zukunftsstadt“

Am Mittwoch, den 6.5.2015, bin ich dank Bahnstreik bei bestem Wetter von der Sophienstraße entlang der Spree zur MS-Wissenschaft geschlendert. Nachdem ich am Montag im jüdischen Museum Schülergruppen vergeblich gesucht habe, gab es auf dem Schiff nur Gruppen. Perfektes Umfeld um ein bisschen User Research zu betreiben.

Die Ausstellung ist rein interaktiv und damit für mich als Interaction-Designerin doppelt spannend. Alles war sehr kindgerecht aufgearbeitet. Leider ließ die Qualität der Exponate etwas zu wünschen übrig. Vielen funktionierte, wenn es denn überhaupt funktionierte, nur prototypenmäßig… Bei einigen Umsetzungen wurden Amateurfehler begangen. Z.B. gibt es eine Fotostation bei der man auf einem Fahrrad die Energie für ein Foto „erstrampeln“ muss. Auf einem Display konnte man sich selbst sehen und die Kamera zur Foto Aufnahme war DARUNTER angebracht. Im Foto guckt man also gar nicht in die Kamera!!! Die Kinder hatten das ganz schnell raus. Sie machten munter Gruppenfotos und wussten nach den ersten Anläufen, dass sie nicht auf den Monitor sondern in die Kamera gucken mussten. Eine weitere Fotostation und ein Fahrsimulation bildeten zusammen mit dem Fahrrad die Highlights für die Kids (in diesem Fall war es eine 8. Klasse).

Obwohl ich auch nicht zu der Sorte Menschen gehöre, die Interviews mit fremden Menschen gerne führen, fiel mir hier der Einstieg in die 4 Gespräche sehr leicht. Ich hatte meine Zielfragen im Hinterkopf, hatte aber keinen festen Leitfaden in der Hand sondern habe vielmehr ein normales Gespräch geführt.

Als erstes habe ich mit einem Studenten gesprochen, der mit seiner Seminargruppe dort war. Sie studieren alle Veranstaltungstechnik und sollten sich die Ausstellung im Hinblick auf Umsetzung, Beleuchtung, Fluchtwege ect. angucken. Interessant war, dass sie ebenfalls, wie die Schulklassen ein Arbeitsblatt hatten.

Mein Gespräch mit einer Schülergruppe verlief eher holprig. Sie waren viel zu sehr damit beschäftigt die besten Fotos aus der Selfie-Station rauszuholen als dass ich neue Einsichten bekommen hätte.

Die zugehörige Lehrerin war umso aufgeschlossener. Für die Schüler (meist Hauptschüler) ist diese Art der Ausstellung, die ausschließlich interaktiv ist, das beste Format. Vom Elternhaus aus würden nur die allerwenigsten mal ins Museum gehen. Sie hat beobachtet, dass die Schüler alles gut finden, wo sie gleich loslegen können, was selbsterklärend ist. Interessante Strategiespiele, die es erfordern die kurze Spielanleitung zu lesen und im Anschluss vlt. noch 5 Minuten Spiel beinhalten, wirken anstrengend und abschreckend. Auf solche tiefgründigen Exponate musste Sie die Schüler explizit hinweisen, motivieren und Hilfestellung leisten. Einen interessanten Aspekt erwähnte sie ganz beiläufig: Die Schüler müssen immer Arbeitsblätter mit konkreten Aufgaben bekommen sonst rennen sie in 10min durch die ganze Ausstellung. (Als einer ihrer Schüler (8.Klasse!!!) fragte was denn Industrie sei, war ich froh keine Lehrerin zu sein…) Als alle Klassen durch waren und sich der Lärmpegel normalisierte, konnte ich noch mit dem Aufseher sprechen. Er berichtete, dass viele Ältere die Ausstellung zwar gut fanden aber wenig Input für ihren Wissensstand erhielten. Es ist eben eine Ausstellung, die Kinder klar als Zielgruppe hat, ohne dass das so öffentlich kommuniziert wird. Der Aufseher hat mir auch noch einmal bestätigt, dass die Inhaltsarmen aber spaßigen Sachen wie die Fotostationen Schülermagnet Nr. 1 sind.

 

Alles in allem war es ein aufschlussreicher Besuch.

MIDIOLA Interviewergebnisse

MIDIOLA Nutzerbefragung

Während unser Interesse an den Notenrollen schon seit Beginn des Kurses feststand, kam im Brainstorming jedoch die grundsätzliche Frage auf, ob wir uns dem Bestand mit einer Hardware- oder einer Softwarepräsentation nähern sollten. Diese Entscheidung sollte uns das Interview erleichtern. Unsere Fragen waren dabei eher frei und offen formuliert.

Welche Erwartungen hast du an eine Präsentation der Notenrollen? Welcher Aspekt wäre dir bei der Präsentation am Wichtigsten? Wie siehst du dich mit einer spielerischen Anwendung interagieren?

Interviewpartner waren Leute aus unserem Umfeld, in unserem Alter und mit ähnlichen Interessen wie wir, die zum Teil schon vom Notenrollen-Projekt wussten, unsere Überlegungen zu Hard- und Software jedoch noch nicht kannten.

Treffen2

Aus den teilweise längeren Antworten arbeiteten wir bei einem abendlichen Treffen in der Sophienstraße Stichworte heraus, die das Gesagte schlank zusammenfassten, bspw. „Niedrigschwellig, ohne Vorwissen“ oder „Schnelles Verstehen, nicht zu komplex“. Aus den Stichworten entwickelten wir die sechs Interessenskategorien: Historischer Kontext/Dokumentation, Schwerpunkt Audio, Starke visuelle Komponente, Erreichbarkeit, Interaktivität/Nutzereinbindung und Materieller Aspekt/Hardware

Die einzelnen Interviewpartner konnten wir somit in ein Raster einordnen, das ihre Interessen wiedergab. Dabei gab es keine Abstufung – eine Nennung von bspw. „Verständliche Aufarbeitung der Technik“ war ein Ausschlag auf der Achse „Hist. Kontext/Dokumentation“.

In der Überlagerung der Interessensraster stellten wir fest, dass der materielle Aspekt einer Präsentation als keinesfalls so wichtig empfunden wurde wie eine umfassende Dokumentation oder die Niedrigschwelligkeit und Erreichbarkeit der Präsentation. MIDIOLA Nutzerbefragung 2

Dies erleichterte uns die endgültige Entscheidung für eine mobile Softwareanwendung, zumal diese im Gegensatz zu einer Hardwareinstallation auch bessere Möglichkeiten für eine historische Unterfütterung des Materials durch Querverweise bietet. Durch ihre besondere Verfügbarkeit bringt eine App weiterhin auch eine bessere Erreichbarkeit und Nutzereinbindung mit sich.

Studentin, Schülerin, Museumsguide und Schulklasse

"Mark not a fan of garlic" by Katy Stoddard
„Mark not a fan of garlic“ by Katy Stoddard – https://www.flickr.com/photos/katy_bird/4663993316

Ein paar Stichpunkte zu den Interviews:

Studentin aus Berlin

  • Sie war vor 2 Wochen das letzte mal im Museum (Jüdisches Museum)
  • Geht eigentlich nur ins Museum, wenn sie fern der Heimat ist oder Besuch bekommt (nur in Gruppen)
  • Ihre Lieblingsmuseen waren:
    • Neuseeland, weil man dort historische Kleidung anprobieren konnte
    • Tallin, weil dort viele Dinge zum „spielen“ waren

Schülerin auf Abschlussfahrt

  • Kam gerade aus dem Jüdischen Museum (wahrscheinlich gehen alle wegen des Knoblauchs da hin)
  • War sehr angetan von den interaktiven Installationen und würde sich Zeitzeugen wünschen
  • Geht nicht oft ins Museum
  • würde keine App im Museum herunterladen, evtl. was mit QR-Codes, für dass sie nichts installieren muss
  • Liebstes Museum: Madame Tussauds

Museumsguide (Historiker)

  • Ist seit 14 Jahren Guide im Jüdischen Museum (JMB)
  • Hauptsächlich kommen Schüler- und Touristengruppen aus aller Welt ins JMB
  • Die Gruppen sollten auf 20 Personen begrenzt sein, es sind aber teilweise viel mehr –> ungut
  • Besucher des JMB wollen die Dinge erfahren, die sie in der Schule nicht lernen, die „Lichtblicke“
  • Interaktive Exponate sind eher nicht für Gruppen geeignet sondern eher für „Einzelbesucher“
  • Lieblingsausstellung war das MoMA in Berlin (wegen der Atmosphäre)
  • Lieblingsexponat im JMB ist ein Werbeplakat von (?), weil es obwohl es schon über 70 Jahre alt ist, immernoch funktioniert und jeder etwas daraus für sich mitnehmen kann

Schulklasse aus einem Kaff bei Flensburg

  • die Schüler fanden die authentischen Geschichten interessanter als langweilige Fakten
  • sie gehen nie ins Museum (weil alle Museen in der Nähe ihres Wohnortes schwer zu erreichen sind)
  • wenn sie sich doch einmal in ein Museum verirrt haben, sind sie aber kaum wieder heraus zu bekommen
  • Die Lehrerin merkte an, dass die Museen in England wesentlich besser seien als das typische deutsche Museum, da dort viel zum Anfassen und erleben geboten wird

Titelbild: „Jüdisches Museum Berlin – Esterno“ by Caterina – https://www.flickr.com/photos/katepit/4252167848

Drei Interviews: Schülerin, Guide, Schulklasse + Lehrer

Treffpunkt Jüdisches Museum

Lukas und Katjuscha sind hochmotiviert Interviews zu führen.

Mehr oder weniger.

Fremde Menschen zu befragen scheint nicht schwer, kostet dann aber plötzlich doch einiges an Überwindung!

Aber man kann ja auch nicht jeden interviewn! Und manche entsprechen einfach nicht der Zielgruppe! Oder wir können kein Polnisch um uns mit den Touris zu verständigen..

Letztlich haben wir es aber doch geschafft und dabei einiges erfahren.

Die erste Interviewpartnerin

Unsere erste Interviewpartnerin war eine 18jährige Schülerin die gerade ihre Abschlussfahrt in Berlin macht. Ihr liebstes Museum bisher war Madam Tussaudes. Außerdem mag sie Horror Ausstellungen besonders. Naja.

Der Guide

Danach hatten wir das Glück einen Guide befragen zu dürfen, der gerade Feierabend hatte. Allerdings hat er tatsächlich geschafft auf keine unserer Fragen wirklich zu antworten. Da er aber sehr redselig war, haben wir dennoch einige Informationen gewonnen.

Die Schulklasse

Zum Schluss kam gerade eine Schulklasse samt Lehrer aus dem Museum. Nachdem wir erst die Lehrer interviewt haben, standen auch noch die Schüler für unserer Fragen zur Verfügung.

Durch die unterschiedlichen Interviewpartner konnten wir Informationen von Personen mit verschiedenen Blickwinkeln sammeln.  Dabei gingen einige der Aussagen weit auseinander, andere bestätigten hingegen sehr unsere Annahmen und Ideen.

Fazit

  • Schüler wollen mitmachen und nicht nur mit Informationen berieselt werden
  • Ob eine Führung gut oder schlecht ist hängt vom Guide ab
  • Die Architektur kann eine Ausstellung interessanter machen
  • Authentische Exponate wecken mehr Interesse
  • Schüler gehen von alleine nicht ins Museum, finden es dann aber sehr gut wenn sie dort sind und nutzen die Zeit voll aus.

Interviews – Schülerin, Lehrerin, MitbewohnerInnen

Schülerin

  • 18 Jahre, Abitur
  • geht viel mit der Schule ins Museum (weniger mit Familie, früher immer Donnerstags)
  • Aufgaben die im Museum zu erledigen waren sind sehr nervig, da man nur bestimmt Punkte im Museum anlaufen muss, aber keine Zeit hat für den ganzen Resr
  • Spektrum ist gut: man kann ausprobieren, ist spannend
  • geht in kleinen Gruppen mit Freunden durchs Museum, nicht alleine
  • was die anderen über Ausstellungsstücke denken ist interessant
  • Was würdest du dir im Museum wünschen: Sachen ausprobieren, mehr rausfinden wie und warum das so war
  • Naturkundemuseum war toll, da kann man Sachen anfassen
  • Touren mit Guides sind unspannend, meist Zeitlimit und dann zerren die einen immer weg, wenn etwas spannend wird
  • tollstes (makaberstes) Erlebnis: im Jüdischen Museum über die Gesichter auf  dem Bodenlaufen
  • was doof ist, wenn die Gänge zu eng sind, und es zu voll ist

Lehrerin

  • Grundschule, früher Gymnasium
  • war vor 3 Wochen in Dresden im Mathematikmuseum mit einer 6. Klasse – das war Mathematik zum Anfassen, experimentieren und ausprobieren, war nicht langweilig, alle konnten mitmachen, erleben, ausprobieren
  • Sachen waren gut, wo Kinder gemeinsam was machen konnten, 4 Personen z.B. Teamarbeit nicht gegeneinander
  • Computer mit Mathematischen Aufgaben, verschiedene Level für verschiedene Klassenstufen
  • es gab auch Hilfe von Studenten (junge Leute, so coole Typen, nichts o alte Leute)
  • man geht kaum noch einfach so ins Museum, sondern es gibt Museumspädagogen (und Erlebnispädagogen) und Begleitmaterial für Lehrer und Schüler (z.B. auch Museumralley)
  • wichtig ist:
    • Kinder sollen eigene Erfahrungen/Wissen mit einbringen, damit Selbstbewusstsein gestärkt wird
    • Kinder sollen etwas in die Hand bekommen
    • für eine konkrete Altersgruppe etwas machen (10/12 oder 14/15 ist ein riesiger Unterschied)
    • 4. und 5. Klasse kann schlecht abstrahieren, eher kleinschrittig

MitbewohnerInnen

  1. Wann ward ihr das letzte Mal im Museum?
  2. Was war euer bestes Museumserlebnis?
  • Naturkundemuseum und Stasigefängnis in Hohenschönhausen; Zeitzeugen sind das Beste
  • Technikmuseum; eine Tonne Fisch (in Skagen), Uboote und Bunker sind immer toll
  • Naturhistorisches Museum Braunschweig; ausgestopfte Tiere aber nicht so langweilig, weil die waren in Szenen und im Kontext, also nicht nur irgendein Fuchs, sondern ein Fuchs mit Ente und dann wurde es spannend, weil man sich dazu eine Geschichte ausdenken konnte

Versuch eines Interviews

Hochmotiviert und mit einem kleinen Interviewleitfaden, Zettel, Stift und Handykamera ausgestattet sind wir (Lukas, Alexa) am Montag Nachmittag los,  (viel zu spät, es war nicht anders möglich), um Menschen zu interviewen.

Welche Menschen eigentlich?

Wir hatten uns am Donnerstag Abend überlegt, welche Personen wir interviewen möchten, bzw. wer überhaupt in Frage kommt:

Direkte Zielgruppen – die es später benutzen sollen

  • Jugendliche
  • Schulklassen, die im Museum unterwegs sind bzw. sein müssen

Indirekte Zielgruppen – die die mit direkter Zielgruppe in Berührung kommt

  • Eltern von Jugendlichen
  • LeherInnen von Schulklassen, die im Museum unterwegs sind
  • SchulgruppenleiterInnen im Museum (Guides)
  • MuseumswärterInnen (die die so viel rumstehen)

Menschen die über unserer Daten mehr wissen

  • Menschen vom Gerog-Eckert Institut
  • Menschen vom Deustchen Buch und Schriftmuseum

Andere evtl. relevante Meschen

  • KuratorIn
  • Menschen aus Leipzig
  • Menschen aus dem Buchwesen
  • Meschen die fechten können

Wo sind eigentlich alle hin?

Wir waren auf der Museumsinsel, leider wird dort schon um 18:00 Uhr zu gemacht. Unser Plan war es, Menschen (Schülergruppen, Guides, LehreInnen, usw.) abzufangen, die aus dem Museum wieder rauskommen. So viele waren das leider gar nicht.

Wir trafen:

  • eine Schulklasse mit Lehrer, die leider keine Zeit hatten
  • einen Muesuemswärter, der uns einen Termin für den nächsten Tag versprochen hat, um mit den Guides zu sprechen (leider eine Uhrzeit die mit allen anderen Unikursen und Terminen kollidiert)
  • eine Verlobungsfeier

Später waren wir noch am/im Computerspielemuseum, hier wurden wir wieder weggeschickt, zu recht, aber immerhin zwei Visitenkarten, um einen Termin zu vereinbaren und eine Erlaubnis einzuholen. Man sollte einfach darauf verzichten sich vorzustellen.

visitenkarten

Lessons Learned

  • langfristig Termine mit den richtigen Menschen vereinbaren
  • Uhrzeit besser wählen (vorher mal im Museum anrufen und fragen, wann besonders viele Schülergruppen unterwegs sind)
  • einfach doch Leute aus dem Freundeskreis/Bekanntenkreis interviewen
  • oder immer wieder gerne gemacht: It’s Better to Beg for Forgiveness than to Ask for Permission