Schlagwort-Archiv: technischer aufbau

1. Iteration: Paper-Prototyping und blendende Aussichten

Besser spät als nie – sorry – dieser Beitrag steckte lange fast fertig in der Entwurfsphase fest.

Diese Woche haben wir an einem schnellen Prototypen der KurbelKamera gebastelt. Mit den anderen Projektteilnehmern und den Dozenten wurde unser Prototyp im Kurs getestet.

Was wollen wir eigentlich testen?

Vor allem ging es um das Kurbeln an sich, d.h funktioniert es überhaupt per Kurbel einen Film abzuspielen und dabei die Geschwindigkeit zu beeinflussen.

Dann stellen wir uns die Frage, stellen sich Menschen überhaupt vor eine Leinwand und interagieren mit einem alten Film?

Und haben wir einfach irgendetwas vergessen oder allgemein nicht bedacht?

Der erste „quick&dirty“ Versuchsaufbau

Eine Weinkiste mit Papp-Kurbel diente als KurbelKamera. Der Startscreen und Endscreen wurde mit A4 Blättern improvisiert. Zwei Testpersonen testeten den Aufbau, um einen Film zu drehen, der mit einem Laptop, Beamer und improvisierter Leinwand abgespielt wurde. Ein Testperson bediente dabei die Kamera, die andere war Schauspielerin und stand im Rampenlicht. Ein Spiegel war vorgesehen, damit die Schauspielerin sich selbst und gleichzeitig den Film sehen kann.

Unser Aufbau war leider nicht ganz optimal, die Testpersonen, welche die Aufgabe des Schauspielers erfüllten, wurden vom Projektor geblendet. Da dieser Part nicht im Fokus des Testes standen, haben wir diesen Kollateralschaden jedoch hingenommen.

quickendscreen

quickprotocam

quickstartscreen

Das haben wir gelernt und in Designentscheidungen umgesetzt

  • kein Audio (höchstens als Zucker oben drauf, wenn ALLES andere FERTIG ist)
  • es muss Rückprojektion sein (sonst blendet es)
  • Spiegelposition testen und definieren
  • ein leuchtender Button (Rot für „ON AIR“) zum Anzeigen das die Aufnahme läuft
  • Kammera als stilisiertes 3D-Icon im Raum
  • genau ein Video, das heißt also: Entscheiden, welches Video wir nehmen!
  • die Aufnahmezeit ist auf n Sekunden begrenzt, sonst machen die Leute Quatsch
  • es MUSS eine Anleitung geben, damit man weiß was man tun muss

Varianten zum technischen Aufbau

Variante 1 – Raspberry Pi

Encoder für die Messung der Kurbelgeschwindigkeit und Buttons zur Wahl des Modus werden an einen Raspberry Pi angeschlossen, dieser dann per HDMI an den Beamer.

variante1

Variante 2 – Arduino-USB-Kurbel

Encoder und Buttons über einen Arduino Micro, welcher als USB-Gerät (bspw. als Tastatur) an jedem beliebigen Rechner angeschlossen werden kann und die Signale für “nächstes Bild” und die Wahl des Modus übermittelt.

variante2

Wie funktioniert das Abspielen?

  • Das Video wird in Einzelbilder zerlegt.
  • Die Einzelbilder werden in den RAM geladen und im Vollbildmodus angezeigt.
  • Bei jedem Tick vom Encoder → ein Bild weiter- bzw. zurückschalten.

Wie funktioniert das Aufnehmen?

  • Das Video wird mit wird mit maximaler Framerate aufgenommen (Raspberry Pi Camera: 60Frames/s bei 1280×720, 90Frames/s bei 640×480).
  • Die Drehgeschwindigkeit der Kurbel wird mitgeschnitten und in einem “geeigneten Format”™ abgespeichert.
  • Wenn die Aufnahme beendet ist, wird das Video in Einzelbilder zerlegt und entsprechend der Drehgeschwindigkeit wieder zusammengesetzt.

1 oder 2? Es bleibt spannend!