Individuelle Mythologie

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Die Präsentationsform eines Kunstwerkes ist für dessen Wirkung essentiell.
Dessen ist sich Harald Szeemann bewusst. Er mit dem „Hang zum Gesamtkunstwerk“.
Die kuratorische Arbeit ist für ihn ein hermeneutischer Prozess. Er schafft seine Wirklichkeit in der legitim wissenschaftlichen Untersuchung derer, die fiktive Wahrheiten schaffen.

Individuelle Mythologien, Museum der Obsessionen, sein Atelier, Archiv, seine imaginäre Agentur.

Er beherrscht das Einmann-Theater schon von Anfang an.
Ein temporäres Medium, eine Spur in den Archiven,

kurz eine „Verzauberung  auf Zeit“.

Harald Szeemanns Weise der Kuration soll als Orientierung für mein eigenes Vorgehen dienen. Den Begriff der „Kuration“ in unserem Zeitkontext untersuchen und mit unseren neu gewonnenen Möglichkeiten zu überdenken.

Fragen, wie man eine „nahtlose“ Verbindung zwischen Raum und Kunstwerk schaffen kann.
Können wir die Sphären des „weißen Raumes“ verlassen?
Können wir dem Publikum eine Möglichkeit geben, sich interaktiv mit dem Kunstwerk auseinanderzusetzen?
Kann der Arbeitsprozess, die Interpretation, ein Teil der Kuration werden?

Fern von jedem Audio Guide.

Der ausgestellte Prototyp beschäftigt sich im Besonderen mit der Inszenierung von Textilien, Kleidung.

Durch die Interaktion eines Besuchers mit dem Kleidungsstück, soll eine weitere Ebene für den Betrachter hergestellt werden. Er bekommt die Möglichkeit, „digitales Material“ über die eigene taktile Auseinandersetzung mit dem Textil zu erhalten. Bei dem digitalen Material kann es sich um die Dokumentation des Schaffensprozesses, die Interpretation eines Dritten, eine Gegenüberstellung oder die vorangegangene Inspiration handeln.

Informationen können vermittelt, oder Atmosphäre kann geschaffen werden.

 

Der Prototyp kann als ein Beispiel der Umsetzung gesehen werden.
Hier greift die Form, der digitalen Informationen, die Form der Textilgestaltung auf.  Es reagiert auf das Copy/ Paste Prinzip, und der damit verbundenen Affinität zur Collage.

In der Auseinandersetzung mit der eigenen Arbeit werden Fragen zur Kuration untersucht  und der Versuch gemacht, eine interaktive Ausstellung in einem experimentellen Rahmen zu schaffen. Dem Textil soll eine neue Ebene gegeben werden, die nur im Rahmen der Inszenierung möglich ist.

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